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Sprachtherapie

Für wen ist eine Sprachtherapie erforderlich?

Einer Sprachtherapie bedürfen Patienten, die Probleme mit der Sprache beziehungsweise Aussprache haben. Wichtigstes Ziel einer Sprachtherapie ist es, die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern, zu festigen oder wiederherzustellen. Patienten können sowohl Erwachsene als auch Kinder sein, bei denen mindestens eines der im Folgenden genannten Probleme auftritt:

  • Sprachentwicklungsstörungen
  • erworbene Sprachstörungen (Aphasie)
  • erworbene Sprechstörungen (Dysarthie, Sprechapraxie)
  • Störungen der Hörwahrnehmung
  • Störungen der Artikulation
  • Stottern und Poltern
  • Stimmstörungen

ACHTUNG! (Kinder und Erwachsene sind betroffen)
Sprachstörungen können jederzeit auftreten!

Störungen der Sprachentwicklung sind bei Kindern festzustellen, bei denen sich die Sprache nicht altersgemäß entwickeln konnte. Die Gründe für eine Sprachentwicklungsstörung können medizinischer, psychischer oder genetischer Art sein. Häufig kommen aber auch Einflüsse des Umfeldes und der Umwelt in Frage. Erworbene Sprachstörungen oder Aphasien hingegen basieren auf einer Schädigung von Hirnregionen, die für die Sprache zuständig sind. Ursache hierfür sind oftmals ein Schlaganfall, Schädelverletzungen oder Entzündungen. Erworbene Sprechstörungen können sich ebenfalls auf neurologische Erkrankungen gründen. Kommen artikulatorische Suchbewegungen hinzu, spricht man von einer Sprechapraxie. Leiden Kinder unter einer Störung der Hörwahrnehmung, haben sie Probleme, Gehörtes richtig einzuordnen und zu verarbeiten. Störungen der Artikulation (Stammeln) beruhen auf der Unfähigkeit, bestimmte Laute oder aber Lautverbindungen korrekt auszusprechen. Stottern ist gleichsam eine Redeflussstörung, wobei die Ursachen sehr unterschiedlich sein können. Beim Poltern ist die Sprechgeschwindigkeit so erhöht, dass die Verständlichkeit des Gesagten leidet. Stimmstörungen (Dysphonien) schließlich bezeichnen Veränderungen des eigentlichen Stimmklanges. Zugrunde liegen können einer Dysphonie organische, hormonelle oder psychische Aspekte.

Mögliche Inhalte einer Sprachtherapie

Sprachtherapien sind allseits anerkannte Heilmittel und werden vom jeweils behandelnden Arzt verordnet: Grundsätzlich wird eine Überweisung eines Hausarztes, Hals-Nasen-Ohrenarztes oder Neurologen benötigt. Bei schulpflichtigen Kindern ist es zudem üblich, eine Stellungnahme der Lehrkräfte sowie gegebenenfalls die Auskunft des Schulpsychologen vorzulegen. Die Behandlung für Erwachsene oder Patienten im Kindes-/Jugendalter erfolgt normalerweise in Form einer Einzeltherapie in den Praxisräumen oder aber als Hausbesuch. Zu Beginn jeder Sprachtherapie wird durch Sprachdiagnostik festgestellt, welche Störung(en) beim Patienten vorliegen. Bei Kindern ist zusätzlich zu berücksichtigen, welches sprachliche Entwicklungsniveau vorhanden ist. Das gezielte und andauernde Üben der Aussprache ist das Hauptmittel, um Sprach- und Sprechfehler korrigieren zu können. Hierzu zählen nicht nur die Übungsstunden mit dem Sprachtherapeuten, sondern auch das Üben zu Hause. Selbstverständlich gilt: Je eher mit der Therapie begonnen wird, umso rascher und einfacher sind auch Behandlungserfolge zu verzeichnen. Wird hingegen zu lange gewartet mit einer Therapie, können sich psychische Probleme einstellen, die dann zusätzlich behandelt werden müssen. Übrigens trägt die Krankenkasse die Kosten für Legasthenie- und Dyskalkulie-Therapien leider nicht. Die Arbeit mit Erwachsenen in der Sprachtherapie hat zum Ziel, Alltagskompetenz in sämtlichen Bereichen zu erlangen, die Sprache, Sprechen und Schlucken betreffen. Nicht selten geht es darum, Spannungen abzubauen und die richtige Atmung zu üben. Es gilt, beispielsweise eine Selbstregulation der Stimme zu fördern und ein angemessenes Sprechtempo zu erlernen.